Ein schwarzhumoriges Hoch auf die „Fressefreiheit“

Comedian Ingmar Stadelmann unterzieht die Kornmühle dem „Meinungsstresstest“

Nordhorn. In „Fressefreiheit – Ein Meinungsstresstest“ konfrontiert der vielfach preisgekrönte Stand-up-Comedian Ingmar Stadelmann am Sonntag, 17. März 2019, um 20 Uhr in der Nordhorner Kornmühle das Publikum mit einer virtuosen Komposition widersinniger Meinungen. In seinem neuen Bühnenprogramm feiert Stadelmann ein Land, in dem so mancher doch allzu oft mal etwas sagt, bevor er denkt und dafür nicht ins Gefängnis kommt.

„#humorphob“ hieß seine Antwort auf Terroranschläge aus Stand-up-Comedian-Sicht, für das er bereits im Jahr 2017 vom Nordhorner Publikum in der Kornmühle gefeiert wurde. Nun ist der Ostdeutsche Kabarettist mit seinem dritten Bühnenprogramm zu Gast auf der städtischen Kleinkunstbühne. In seinem neuen Programm unterzieht Stadelmann sein Publikum einem „Meinungsstresstest“, denn wo für die einen der Spaß aufhört, fängt er für Stadelmann gerade erst an. Im Fernsehen, Radio oder auf der Bühne zielt der preisgekrönte Stand-up-Comedian mit seinen Worten liebend gerne unter die Gürtellinie. Sein Motto dabei: „Humor ist immer ein Kann-Angebot. Kein Muss“. Schonungslos und offenherzig badet Stadelmann so im schwarzhumorigen Pointenüberfluss in Zeiten von Trump, Brexit, #MeToo und Co., um gleichzeitig intelligent über unangenehme Wahrheiten und seine eigenen Ängste zu reflektieren. Meinungsfreiheit, absurde Erlebnisse mit dem Publikum, Europa, wie praktisch Klischees sind, oder seltsame sexuelle Vorlieben von Delphinen sind dabei seine bevorzugten Themen. Und er stellt Fragen, ohne zu antworten: Wenn man Menschen aus einem Land aussperren will, sperrt man dann die anderen automatisch ein? Wurde die Snooze-Taste in Guantanamo erfunden? Warum wissen Terroristen eigentlich wofür Europa steht, wir aber nicht? Wenn es “linksversifft“ gibt, gibt es dann auch “rechtsversifft“, und warum sagt das niemand? Und wie erklärt er bloß seiner Freundin den Unterschied zwischen einem SPAWochenende und einem Spar-Wochenende? Dabei bleibt er seinem Motto treu: „Man kann gerne ein bisschen schlauer aus der Show gehen, als man reingegangen ist!“

Schon das Plakat zur Show, angelehnt an den russischen Performance-Künstler Pjotr Pawlenski, der sich aktiv gegen Apathie, politische Gleichgültigkeit und Fatalismus in Russland öffentlich den Mund zunähte, beweist: Bei Ingmar Stadelmann handelt es sich eben nicht um einen weiteren Mainstream-Spaßmacher, sondern um einen der auch mal da hin spürt, wo es der Gesellschaft weh tut. Als Stadelmann 2012 mit seinem ersten Solo „Was ist denn los mit den Menschen?“ startete, gab es dafür haufenweise Comedy-Preise: „Vom Hamburger Comedy Pokal“ über den „RTL Comedy Grand Prix“ bis hin zum „Deutschen Comedypreis“ hat er sie alle bekommen, doch er hat die Weiterentwicklung zum politischen Comedian geschafft, denn wer ihn schon mal auf der Bühne erlebt hat, der weiß: „Fressefreiheit“ nahm er sich schon immer. Und so reizt er auch bei seinem zweiten Besuch in Nordhorn die Freiheit zur Pointe reichlich aus – und macht sie gleichzeitig zum Thema, wie nicht nur der provozierende Titel seines Programms zeigt. Der russische Aktionskünstler Pawlenski endete übrigens in der Psychiatrie. Ingmar Stadelmann hingegen hat für seine Therapie zum Glück die Bühne und sein Publikum und löst gemeinsam mit den Zuschauern die Grenzen zwischen Kabarett und Comedy auf. Zwischen Influencer und Komiker, zwischen Serdar Somuncu und Dieter Nuhr, berlinert sich Stadelmann provokant, aber mit schelmischem Charme in die Herzen seiner Nordhorner Fans.

Eintritt:

ab 15,50 Euro (Abendkassen-Zuschlag 2 Euro)

Preisnachlass bei Vorlage der GN-Service-Card

Karten-Vorverkauf in Nordhorn:

VVV Nordhorn mit Info-Tel. 05921 8039-0

Veranstalter:

Kulturreferat der Stadt Nordhorn, Telefon (05921) 878 111

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Foto: copyright Robert Maschke

Veranstaltungsdetails

„Fressefreiheit“ – Ein Meinungsstresstest
Mühlendamm 1
48529 Nordhorn

Veranstaltungsort


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